Praktikergespräch 2012 : Gesunde und gewinnbringende Kälberfütterung für langlebige Kühe

 

Fast schon zur Tradition geworden, lud der Landhandel Ortmann & Sternberg zum Praktikergespräch am 25.01.2012. Das Sano Kompetenzzentrum Ostdeutschland unter der Leitung von Dipl.-Ing. agr. Ludger Eiting organisierte erneut zwei Vortragsreihen mit Erfahrungsaustausch im Südwesten Brandenburgs.

Dabei ging es um die heut geborenen Kälber, die in ca 2 Jahren gesunde und leistungsfähige Kühe werden sollen.

 

Die Entwicklung vom Kalb als Monogastrier zur Kuh als Wiederkäuer – in Zahlen ausgedrückt :

          - Kälberaufzuchtperiode umfasst die ersten 16 Lebenswochen (bei einer
            Tränkeperiode von 8-10 Wochen)
          - Kolstrum hygienisch verabreichen
          - Bei einer LTZ von 850 g erreichen die Kälber in dieser Zeit ein Gewicht von
            ca. 140 kg
          - Zur Erstbesamung im Alter von 14-16 Monaten wiegen die Tiere > 400 kg
          - Zur Abkalbung soll das Lebendgewicht > 600 kg liegen

 

Um ein gesundes lebensfähiges Kalb zu gebären, bedeutet das für das Muttertier vor und während der Geburt:

          - Beste Versorgung der trockenstehenden Kuh (Versorgungslage und
            Gesundheit der Mutter = Versorgungslage und Entwicklung des Fötus)
          - In der Abkalbebox herrscht strengste Hygiene
          - Pro Kuh ist ein Platzbedarf von 10 m² einzuhalten

 

Nach der Geburt hat sich das Kalb vollkommen umzustellen auf die eigene Atmung, die keimhaltige, kalte Umgebung, die metabolische Selbstständigkeit und die Ernährung mit Milch. Wird dabei nicht genau die erste Biestmilchgabe eingehalten, hat dies negative Auswirkungen auf die Kälbergesundheit.

Bei der Biestmilchversorgung ist unbedingt Folgendes einzuhalten:

          - So früh wie möglich in den ersten 3 Lebensstunden des Kalbes
          - Mind. 4-5 l am ersten Tag
          - Hochwertiges Kolostrum (Antikörpergehalt) hygienisch verabreichen

 

Alle Praktiker waren sich diesbezüglich einig. Zur Art und Weise der Gabe des Kolstrum entwickelte sich eine rege Diskussion. Stellt doch das Drenchen der Kälber die Aufnahme des Kolostrum am Sichersten, so wird in den meisten Betrieben doch die freiwillige Aufnahme des Kolostrum favorisiert. Den größten Vorteil sieht man hier in der Befriedigung des Saugreflexes. In jedem Fall achtet der Praktiker auf die Qualität des Kolostrum, dabei hat sich das Spindeln bewährt. In vielen Betrieben wird grundsätzlich das Kolostrum der Kühe ab dritter Kalbung verwendet, da dies am meisten Immunglobuline aufweist. Einige Betriebe setzen bei der weiblichen Nachzucht bereits den hochwertigen Biestmilchergänzer Sano Cotosan Plus zur Aufwertung des Kolostrum ein. 

Ab dem 2. Lebenstag wird in den meisten Fällen ein Mischkolostrum gefüttert. Beim Tränken der Kälber muss stets auf Sauberkeit geachtet werden. Die Futterhygiene stellt gemeinsam mit Tränketemperatur (38-40 °C), Tränkekonzentration beim MAT (125-160 g / l) und Tränkemenge (6-8l/Tag) die wichtigste Grundlage für die Aufnahme der Tränke dar. Hierbei ist das am meisten genutzte System die Nuckeltränke, egal ob am Eimer oder am Automaten. Außerdem muss stets auf die freie Verfügbarkeit von Tränkewasser geachtet werden. Schließlich steigt in den ersten 3 Lebensmonaten der Flüssigkeitsbedarf des Kalbes auf 8-12 l / Tag.   

 

Während der Tränkephase sollte das Kalb auf die Aufnahme stärkehaltiger Futtermittel „trainiert“ werden. Ganz besonders gerne nehmen die Tiere die Sano Meggi-Produkte auf. Am Sichersten hierbei ist natürlich das Meggi Müsli. Mit aufgeschlossenem Geteide, Maisflocken, Trockenschnitzeln, fein vermahlenem Leinsamen, getrockneter Getreideschlempe und Apfeltrester ist dieses Müsli besonders schmackhaft für das Kalb und wird sehr gerne gefressen. Ab einem Alter von 4 Wochen sollte auch mit der Fütterung von strukturwirksamen Komponenten begonnen werden, um mit dem Wachstum der Pansenzotten auch ein Großenwachstum und die Aktivität des Pansens durch mechanische Reize zu stimulieren. Hier bietet sich die Ration der 1. Leistungsgruppe als Zufütterung an.

 

Wenn man bedenkt, dass die Entwicklung der Rinderlunge erst nach einem Jahr vollständig abgeschlossen ist, so kommt den Haltungsbedingungen des Kalbes eine besondere Bedeutung zu. Folgende Voraussetzungen sind einzuhalten :

           - Sauerstoffreiche Luft
           - Keine Zugluft
           - Niedrige Schadgaskonzentration
           - Geringe Staubbelastung
           - Trockene Liegeflächen
           - Geringer Keimdruck

 

Nicht nur im Stall sollten diese Bedingungen erfüllt sein, unbedingt ist bei der Bewirtschaftung der Kälberiglo diesen Prinzipien Rechnung zu tragen. Die Bewirtschaftung in den einzelnen Kälbergruppen muss immer nach Rein – Raus Prinzip erfolgen! Nur so kann das Iglo oder die Gruppenbox komplett gereinigt und desinfiziert werden, um auch Durchfallerkrankungen vorzubeugen!

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